Hortus - Verband Badischer Gartenbaubetriebe e.V., Karlsruhe
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Historie
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Gegründet wurde der Verband Badischer Gartenbaubetriebe e. V. 1900 in Heidelberg unter der Bezeichnung "Verein selbständiger Handelsgärtner Badens".

Die eigentlichen Vorgänge, die kurz vor der Jahrhundertwende die gärtnerischen Unternehmen im Lande Baden umtrieben, eine berufsständische Organisation und Interessenvertretung zu gründen, sind aus den historischen Unterlagen nur bruchstückhaft zu rekonstruieren. Die äußeren Rahmenbedingungen waren geprägt durch gewaltige wirtschaftliche und soziale Veränderungen. Das angebrochene industrielle Zeitalter brachte gewaltige Veränderungen im Handel, Handwerk und in der Agrarwirtschaft.

Die Geschichte der Organisation begann am 29. Juli 1900, als Wilhelm Pestinari, Heidelberg, und Josef Haslach, Baden-Baden, Gleichgesinnte zum Verein selbständiger Handelsgärtner Badens zusammenriefen. Der übermäßige Import von Gartenbauprodukten machte den Gärtnern das Leben schon seit Jahren schwer. Vom Schutzzollsystem war der Gartenbau fast gänzlich ausgenommen, während andere Staaten gerade auf Gartenbauerzeugnisse Zölle erhoben. Bereits 1903 verabschiedeten die Gärtner beim ersten Süddeutschen Gärtnertag in Heidelberg eine Resolution mit dem Ziel, die süddeutschen Organisationen zu einer starken Berufsgemeinschaft zu vereinen. Dieses Ziel wurde 1913 durch den Reichsverband deutscher Gartenbaubetriebe realisiert.

 

 

Während des 2. Weltkrieges wurde zur Erzeugungsschlacht aufgerufen mit der Folge, dass nur noch Kulturen, die der Ernährung dienten, produziert werden durften. Die Beschaffung von Betriebsmitteln wurde in den Kriegsjahren zunehmend schwieriger. Nach der Kapitulation und der Einrichtung der Besatzungszonen entwickelte sich der Gartenbau in den einzelnen Regionen unterschiedlich. Im Rahmen des Demokratisierungsprozesses entstanden zwei badische Gartenbauverbände, die erst im Jahre 1952 zusammengeführt wurden.

Bereits im Sommer 1949 wurden die Betriebsinhaber durch das Mitteilungsblatt, welches von beiden badischen Organisationen gemeinsam herausgegeben wurde, über viele betriebsnotwendige Fragen informiert. Die 50er Jahre waren geprägt durch zunehmende Aktivitäten zur Stärkung des Absatzes gartenbaulicher Produkte und durch zunehmenden politischen Einfluss der berufsständischen Organisation.

Die ersten Schritte zur Europäischen Gemeinschaft verschärften den Wettbewerb für heimische Unternehmen. Die Gründung gemeinschaftlicher Absatzeinrichtungen schritt voran, in deren Folge in Freiburg, Mannheim und Karlsruhe Blumengroßmärkte entstanden.

In den 60er Jahren wurden die Betriebe vermehrt gezwungen, mit neuen Standorten auf die zunehmende Ausweitung von Städten und Gemeinden zu reagieren. Mitte der 60er Jahre rückte insbesondere Karlsruhe mit der Bundesgartenschau in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Parallel dazu fand die erste Technikmesse für den Gartenbau statt. Maßnahmen zur Förderung des Absatzes wie beispielsweise Geranienmärkte und Rettichessen sowie ein Blumenschmuckwettbewerb trugen dazu bei, dass gärtnerische Erzeugnisse ihren Abnehmer fanden.

Die 70er Jahre trafen den Gartenbau vor allem durch die Energiekrise mit der Notwendigkeit, Maßnahmen zur Energieeinsparung zu realisieren. Auch das gesetzliche Korsett schränkte die Betriebsentwicklung zunehmend ein. Bei der Bundesgartenschau in Mannheim 1975 zeigten die ausstellungserprobten Gärtner aus Baden ihr vielfältiges Können.

Die 80er Jahre waren geprägt durch den Umweltschutz. Die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln wurde eingeschränkt, die Sensibilisierung der Verbraucher bezüglich Dünge- und Pflanzenschutzmitteln nahm zu. Der Störfall in Tschernobyl stellte die heimische Gartenbauwirtschaft und die Landwirtschaftsverwaltung vor neue Herausforderungen. Die Belastung des Grundwassers versuchte man mit der Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung in den Griff zu bekommen. Mit der Gründung gärtnerischer Beratungsdienste war der Gartenbau wieder einmal Vorreiter zur Deckung speziellen Beratungsbedarfes. Zwischenzeitlich entwickelten sich großflächige Verkaufsformen, Gartencenter und branchenfremde Anbieter zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz des traditionellen Gartenbaus.

Das Konzept der Landesgartenschauen, welches Anfang der 80er Jahre in Baden-Württemberg eingerichtet wurde, fand und findet auch heute großes Interesse bei den Kommunen und der Bevölkerung.
Die umweltgerechte gärtnerische Produktion mit Definition „Integrierter Produktionsrichtlinien" für den Gemüsebau sowie dem Konzept „Kontrolliert umweltgerechte Zierpflanzenproduktion" dokumentieren die umweltschonenden Leistungen, die die Gartenbauwirtschaft entwickelt hat, und machen dem Verbraucher auf einen Blick den besonders schonenden Umgang mit Betriebs- und Produktionsmitteln deutlich. Zur Schaffung angemessener Rahmenbedingungen wird die berufspolitische Arbeit auf Landes- und Bundesebene fortgesetzt.

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